Der starke Franken setzt der Schweizer Exportwirtschaft zu. «Vor allem der Bereich Maschinen, Elektro sowie Zulieferindustrien für industrielle Produktion und Konsumgüter sind stark betroffen», sagt Thomas Schwarzenbach, Geschäftsführer von Spedlogswiss. Mit der Untergrenze des Euro-Wechselkurses auf CHF 1.20 habe die Nationalbank dem Werkplatz Schweiz jedoch wieder etwas Luft verschafft.

Wechselkurse haben grosse Bedeutung

Trotzdem: Die Exportwirtschaft hat es noch immer nicht leicht. Direkt betroffen ist auch die Speditionsbranche, die eng mit der Exportwirtschaft verbunden ist. «Ein Euro-Kurs von 1.30 oder 1.40 oder noch höher, wie wir ihn vor der Euro-Krise hatten, wäre natürlich auch aus Sicht der Schweizer Speditionswirtschaft wünschenswert», sagt Schwarzenbach.

Der Euro-Wechselkurs ist auch deshalb so wichtig, weil nach wie vor über 60 Prozent der Exporte in die EU gehen. Bedeutsam für den Aussenhandel und damit auch die Speditionsbranche sind aber auch die Wechselkurse von Pfund und Dollar. «Positiv für uns ist es, dass sich der Franken gegenüber dem Dollar seit September 2011 um rund sieben Prozent abgewertet hat», sagt Schwarzenbach.

Speditionsbranche kennt Schwankungen

Die Speditionswirtschaft ist mit ihrer Ausrichtung auf den internationalen Handel den Währungsentwicklungen stark ausgesetzt. «Sie hat ihre Betriebskosten in Schweizer Franken zu tragen, kauft Dienstleistungen in Schweizer Franken und Fremdwährungen ein und verrechnet diese ebenfalls in Schweizer Franken und Fremdwährungen», erklärt Schwarzenbach.

Damit öffne sich eine Kosten/Ertrags-Schere, die der Branche sehr zu schaffen mache. Doch die Branche, die immer schon von Konjunktur, Währungsschwankungen und Aussenhandel abhängig war, ist solche Krisen gewohnt. «Schon immer hatten Spediteure die Begabung, ihre Gemeinkosten gering zu halten und jederzeit dafür offen zu sein beziehungsweise zu spüren, wo sich neue Marktmöglichkeiten ergeben können», sagt Schwarzenbach. 

Produktivität erhöhen

Schwarzenbach geht davon aus, dass 2012 ein eher schwieriges Jahr für die Branche werden könnte. «Es besteht ein immenser Preisdruck im Markt», sagt er. Trotzdem stehe die Schweiz mit einer Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent und einem leichten Wirtschaftswachstum vergleichsweise gut da.

«Es bleibt aber die bittere Pille für die Unternehmen, die Produktivität erhöhen zu müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben», sagt Schwarzenbach. Diese könne sie aber nur schlucken, wenn der Staat der Wirtschaft dabei helfe, administrative Hindernisse zu eliminieren.