Die Fachleute der Schweizer Speditionsunternehmen spielen bei der Abwicklung der internationalen Geschäfte eine entscheidende Rolle. Der Welthandel ohne Spediteure ist undenkbar. Gut ausgebildete Nachwuchskräfte auszubilden, ist die Kernaufgabe von Spedlogswiss, Verband schweizerischer Speditions- und Logistikunternehmen. Wir haben die Investitionen in der Grund- und Weiterbildung in den letzten zehn Jahren um fast 60  Prozent gesteigert.

Das Berufsbild

Kaufleute der internationalen Speditionslogistik beraten Kunden zu grenzüberschreitenden Gütertransporten auf der Strasse, der Schiene, zu Wasser und in der Luft. Für die Ausführung des Transportes stehen sie in Verbindung mit Reedereien, Lastwagenunternehmen, Bahn-Operators und Fluggesellschaften. Nach der Auftragserteilung durch den Kunden wählen sie den kostengünstigsten und schnellsten Lieferweg sowie die effizienteste Transportart. Speditionskaufleute kennen die weltweiten Import- und Exportbestimmungen.

Berufsnachwuchs

Im Bereich der Grundbildung setzt die Branche auf den Königsweg der dualen Lehre, um qualifizierte Speditionskaufleute auszubilden. Mit gegen 700 Lernenden schweizweit stellen die Lehrfirmen personelle und finanzielle Ressourcen für den Berufsnachwuchs bereit. Der Lernort Betrieb stellt sicher, dass die Lernenden in der dreijährigen kaufmännischen Lehre an drei Tagen pro Woche auf die berufliche Praxis in der Spedition vorbereitet werden, während der Lernort Berufsfachschule für die Vermittlung der theoretischen Grundlagen zuständig ist.

Schliesslich hat Spedlogswiss als Branchenverband die Aufgabe, im überbetrieblichen Kurs als drittem Lernort die Vermittlung des Branchenwissens sicherzustellen. Die Kombination der Vermittlung von praktischem Know-how im Betrieb und schulischem Wissen in der Berufsfachschule wird als duale Ausbildung bezeichnet. Diese ist das herausragende Merkmal des schweizerischen Berufsbildungssystems und macht seine über die Landesgrenzen hinaus unbestrittene Stärke aus, weshalb sich auch Spedlogswiss voll und ganz hinter dieses Bildungssystem stellt.

Modernste Bildungsmethoden

Basis der Wissensvermittlung in den überbetrieblichen Kursen bildet unser «Blended Learning»-System. Das bedeutet: vernetztes Lernen mit Präsenzunterricht und e-Learning ineinander verzahnt. Damit wird das Branchenwissen auf zwei sich ergänzenden Wegen erworben. Vorerst werden die Lernenden im Präsenzunterricht in ein Thema wie etwa Luftfracht-Spedition eingeführt.

Anschliessend erarbeitet der Lernende die Brancheninhalte während mehrerer Wochen individuell über die Lernplattform am Computer. Schliesslich wird der erarbeitete Stoff wiederum im Präsenzunterricht mit den Fachreferenten besprochen und durch Anwendungsbeispiele aus der Praxis vertieft.

Attraktive Angebote in der beruflichen Weiterbildung

An die berufliche Grundbildung schliessen die höhere Berufsbildung und die berufsorientierte Weiterbildung an. Spedlogswiss bietet Lehrgänge an, die auf die Berufsprüfungen für Speditionsfachleute resp. Zolldeklaranten sowie auf die höhere Fachprüfung für Speditionsleiter vorbereiten. Hier werden zusätzliche Kompetenzen erworben, um sich für höhere Aufgaben im Unternehmen zu qualifizieren. Als anerkannter Prüfungsträger führt Spedlogswiss auch die eidgenössischen Prüfungen durch.

Der erste Rucksack

Um ein Maschinenteil von Oerlikon nach Shanghai zu transportieren, muss der Spediteur heute nicht mehr in Oerlikon sitzen. Die speditionelle Tätigkeit, nämlich das Vermitteln und Organisieren von Transporten mit angegliederten Dienstleistungen (Verzollung, Lagerung, Konfektionierung etc.) kann ortsunabhängig erbracht werden. Der entscheidende Punkt ist: Es braucht dazu gut ausgebildete Fachleute.

Investition in die Bildung ist deshalb wohl der wahre Wettbewerbsvorteil der Schweizer Speditionswirtschaft. In unserer Branche sind gegen 700 Lernende in Ausbildung. Sie packen sozusagen ihren «ersten Rucksack» für eine erfolgreiche Berufskarriere.