Das duale Bildungssystem ist ein Erfolgsrezept der Schweiz, denn es bringt gut ausgebildetes Fachpersonal hervor. Die Lernenden werden an drei Ausbildungsorten gebildet: dem Lehrbetrieb, der Berufsschule und an den überbetrieblichen Kursen. Am Lehrbetrieb lernen sie die praktischen Fähigkeiten kennen, an der Berufsschule die theoretischen. Die überbetrieblichen Kurse behandeln betriebsübergreifende Themen wie Zollrecht, Marketingpolitik oder ähnliches.

Durchlässigkeit ermöglicht späte Entscheidung

Noch vor einigen Jahren musste sich ein Jugendlicher nach der obligatorischen Schule entscheiden: Gymnasium oder Lehre. Während er sich hiermit sehr früh für den einen oder anderen Weg festlegen musste, wurde das Bildungssystem unterdessen sehr viel durchlässiger. Etwa erlaubt dies, sich einerseits erst nach einer Lehre für ein Studium zu entscheiden oder andererseits auch noch nach dem Gymnasium eine Fachhochschule zu besuchen.

Eine Person kann so mittels einer Berufsmatur (BM) auch erst nach einer absolvierten Lehre an eine Fachhochschule gehen oder mit einer Ergänzungsprüfung und einer Passerelle an die Universität. Diese Person bringt also schon praktische Erfahrung mit und ist nach dem Studiengang eine begehrte Fachperson. Umgekehrt kann sich ein Maturand auch für eine Fachhochschule entscheiden, muss aber auch eine Passerelle durchgehen, in der er sich praktisches Wissen aneignet. Etwa durch Praktika.

Der Weg an die Fachhochschulen oder Universitäten ist aber nicht der einzige, den die Lernenden nach einem Lehrabschluss einschlagen können; sehr viele Berufslehren bieten zudem die Möglichkeit, die Grundfähigkeiten zu verfeinern oder sich durch Weiterbildungen oder Spezialisierungen Führungskompetenzen anzueignen. Die Berufsprüfung (BP) ist der erste Schritt, die Höhere Fachprüfung (HFP) der zweite und entspricht der früheren Meisterprüfung.

Welche Möglichkeiten bietet die Logistikbranche?

Logistik ist ein Grundelement des Handels. Gutes Logistikmanagement kann Kosten einsparen, Kunden zufriedenstellen und dem Unternehmen eine optimale Positionierung auf dem Markt ermöglichen. Es ist also unabdingbar, gut ausgebildetes Fachpersonal mit diesen Stellen zu besetzen. Das  Supply Chain Management ist eine Teildisziplin der Betriebsökonomie.

Wie können die Abläufe von Einkauf, Produktion / Weiterverarbeitung, Lagerung und Verkauf optimal organisiert werden? Eine Weiterbildung zum Supply Chain Manager (HFP) kann also durchaus Sinn machen. Wer mehr an technischen Abläufen der Logistik interessiert ist, könnte sich etwa von der Weiterbildung im Logistikmanagement (Certificate of Advanced Studies CAS) angesprochen fühlen.

Technik und Betriebswirtschaft werden in diesem Weiterbildungslehrgang, der für Interessierte mit einem Berufslehrabschluss (EFZ) geeignet ist, kombiniert.