Dank der Unterstützung durch die Informatikabteilung können beispielsweise rollende Kühlsysteme überwacht und gesteuert werden. Mit automatischen Lagersystemen wird - wenn sie richtig eingesetzt werden – im gesamten Lagerprozess Zeit und Fläche gespart. Neu entwickelte Systeme wie AutoStore ermöglichen eine bessere Raumnutzung und effizientere Verteilung.

Andere Technologien erlauben Routenplanungen für Fahrer automatisch zu erstellen. «Dank optimierten Liefersystemen wird sowohl ökologischer wie auch ökonomischer gehandelt», erklärt Hans Rudolf Hauri, Geschäftsleiter der RUAG Real Estate AG und Jurypräsident des Swiss Logistic Award. «Es braucht weniger Fahrten, wodurch Zeit gewonnen wird.»

Ameisen machen es vor

Mit dieser Technik hat der Migros Genossenschafts-Bund den Swiss Logistic Award 2012 gewonnen. Das Projekt Transportplanung mit Ameisenlogik hat der Detailhändler gemeinsam mit dem Software-Partner Cantaluppi & Hug entwickelt. Das Konzept wurde von Ameisen abgekupfert, die immer den direktesten Weg zwischen Ameisenhügel und Futterstelle suchen.

«Früher haben die Chauffeure die Lastwagen beladen und sind dann mit der Strassenkarte losgefahren», erklärt Hauri. «Nun berechnen neue genetische Algorithmen die komplexen Touren.» Auf diese Weise können auch automatische Packlisten erstellt werden. «Heute werden die Touren noch passiv abgearbeitet. In Zukunft werden sie aber dynamisch sein und bei Staumeldungen sofort Umfahrungen planen.» Die Software kann verschiedene Einschränkungen wahrnehmen und soll bemerken, welches Produkt dringend abgeliefert werden muss.

Kundenbindung verstärken

Durch die Vernetzung der Prozesse entsteht eine stärkere Kundenbindung. Der Konsument wird schneller beliefert und muss dafür nur einen minimalen Aufwand betreiben. «Es gibt bereits Firmen, die den Kunden per SMS informieren, wo sich die Bestellung zurzeit befindet und wann sie eintreffen wird», sagt Hans Rudolf Hauri. «Solche Prozesse sind neu, aber kommen immer mehr.

So wird der Kunde in die Abläufe eingebunden.» Hauri rechnet damit, dass diese Entwicklung in der Logistikbranche noch weitergehen wird. «Ein Unternehmer muss sich aber auch genau überlegen, ob sich die Anwendung finanziell lohnt. Die Software muss höheren Ansprüchen genügen als bei Privatpersonen.» Neben den genetischen Algorithmen werden auch RFID-Chips immer mehr genutzt. Die englische Abkürzung steht für «radio-frequency identification».

Auf diese Weise können Gegenstände mit Hilfe von elektromagnetischen Wellen identifiziert werden. In der Logistikbranche werden die RFID-Chips unter anderem in Kühltransportern eingesetzt. Sie messen die Temperatur und können diese so laufend regulieren. «Die Kühlsysteme werden optimal durch die Informatikabteilung überwacht und können Strom einsparen.»

Blick in die Zukunft

Ein Thema, das in der Logistik in Zukunft eine Rolle spielen wird, sind führerlose Transportsysteme. Diese existieren bereits und werden eine grössere Rolle einnehmen. «In der Armee gibt es Remote-Systeme. Die führerlosen Transportsysteme kommen mit Sicherheit auch in der zivilen Welt», erwartet Hans Rudolf Hauri. «Diese können ferngesteuert sein oder automatisch funktionieren.»

Gute Ansätze seien in der Forschung sicher da. Die Logistikfirmen haben nicht nur dank der Vernetzung von Mechanik und elektronischer Intelligenz Fortschritte verzeichnet. Auch neuere und schnellere Fahrwege wie der Schienenverkehr ermöglichen einen speditiven Transport. Die Mobilität wird weiterhin zunehmen und die Ressourcenknappheit wird sich ebenfalls verstärken. Die Menschen stellen auch an Lieferprozesse immer höhere Ansprüche. «Deshalb müssen die Systeme zur Verbesserung der Logistik weiterentwickelt werden. Wir können noch nicht sehen, was in der Informatik in Zukunft alles möglich sein wird.»

Er geht aber davon aus, dass die Logistik-Landschaft davon massiv beeinflusst wird. Die Entwicklung in der Logistik kann aber mehr als nur eine Chance für die hiesige Branche bedeuten. «Dass der Überfluss nicht gerecht verteilt ist, liegt nicht daran, dass zu wenig Nahrung da ist. Es ist ein Verteilproblem.» Mit logistischen Lösungen wie Fernsteuerung könnte in der Zukunft der Überfluss besser verteilt werden, hofft Hauri.