Immer wieder lesen wir von Politikern, Führungskräften grosser und bedeutender Unternehmen oder anderweitig öffentlicher Personen, die ihre Aufgaben plötzlich nicht mehr wahrnehmen können. Depressionen, Burnouts, schwere Erkrankungen oder sogar Todesfälle und viele weitere überraschende und unvorhersehbare Gründe können dazu führen, dass Menschen von einem Tag auf den anderen in ihren Berufen und Positionen ausfallen.
 

Personenbezogene Positionen

Leider sind solche Positionen oft sehr personenbezogen und eine Stellvertretung innerhalb des Unternehmens ist nicht rechtzeitig nachgezogen oder eingearbeitet worden – besonders in kleinen und mittleren Unternehmen mit bis zu 200 Mitarbeitenden ergeben sich solche Engpässe immer wieder, aber selbst grosse und börsenkotierte Unternehmen sind davor nicht gefeit. Dann geht es häufig ums nackte Überleben, sind sie für diesen Moment doch nicht nur ohne Führung, sondern oft beinahe handlungsunfähig. Das bringt einerseits die Unternehmen selbst in Gefahr, andererseits bedrohen solche Situationen auch die Existenzen ihrer Mitarbeitenden und ziehen sogar volkswirtschaftliche Schäden nach sich.
 

Einsatz von Troubleshootern

«In diesen Situationen braucht es Troubleshooter, die kurzfristig und flexibel einspringen können. Sie überbrücken Notsituationen sowie Vakanzen und bieten ein Management auf Zeit an», sagt Flavio De Nando. Das dauert manchmal einige Wochen oder Monate, kann aber in selteneren Fällen auch weit über ein Jahr beanspruchen – vor allem dann, wenn die betroffene Person gar nicht mehr in ihre Kaderposition zurückkehren kann und die Stelle permanent neu besetzt werden muss.
Meist nehmen sich solche Troubleshooter den Positionen und Aufgaben von Managern oder Projektleitern an, halten deren Funktion aufrecht oder richten das Unternehmen sogar vollständig neu aus. Je nach Projektanforderung werden zudem Spezialisten mit ganz besonderen Kompetenzen mit eingebunden. Anspruchsvoll sind vor allem Aufträge, die eine Analyse und Reorganisation einer Firma erfordern. Der jeweilige Unternehmer wird dabei vom Sparringpartner bei der Klärung, Entwicklung und Realisierung von strategischen Themen der Unternehmensführung unterstützt. Das bedeutet, sich ständig in neue Kulturen und Branchen einzuleben, was manchmal einem regelrechten Minenfeld gleichen kann. Manager auf Zeit müssen deshalb unbelastet, neutral und frei von Emotionen und Animositäten sowie rein prozessorientiert und zielgerichtet an ihre Aufgabe gehen.
 

Business Continuity Management

Der einfachere Weg ist noch immer die konsequente Einarbeitung von eigenen Stellvertretern und eine klare Organisation und Definition von einzunehmenden Rollen im Krisenfall – also ein durchdachtes und funktionierendes Business Continuity Management. Es gilt, unvorhersehbares zu denken und eben doch vorherzusehen. Gibt es hier Lücken, können Troubleshooter tatsächlich wichtige Positionen ersetzen, organisatorische Entlastung bieten oder ein Projekt weiterentwickeln.