Mitarbeitende müssen liefern, innovativ sein, sich stetig weiterentwickeln, damit das Unternehmen konkurrenzfähig bleibt. Der Wettbewerb, aber auch neue Technologien und ganz neue, teils disruptive und meistens digitale Geschäftsmodelle hängen wie ein Damoklesschwert über den Firmen.

Tatsächlich hängt dieses Damoklesschwert auch über den Mitarbeitenden eines Unternehmens. Auch sie fühlen sich immer häufiger unter Druck. Die erlernten Tätigkeitsfelder verändern sich, auch im Zuge der Digitalisierung und neuer Technologien. Ganze Berufsbilder verschwinden, während neue entstehen. Die Arbeitswelt dreht sich schnell und unaufhörlich.
 

Das gilt sowohl für Kaderberufe als auch für jede andere Stufe. Jedes Unternehmen und jeder Mitarbeitende muss sich mitdrehen und darf nicht stehen bleiben.
 

Input, um Output zu generieren

Umso wichtiger ist es, dass Mitarbeitende sich weiterbilden können. Der Mensch braucht Input, um Output generieren zu können. Ohne Weiterbildung, ohne neues Wissen, ohne neue Fähigkeiten und ohne Inspiration von aussen ist es kaum möglich, von Mitarbeitenden mehr Leistung, Innovationsvorschläge oder Ideen für neue Geschäftsmodelle zu erwarten.

Wenn in Firmenleitbildern zu lesen ist, dass die Mitarbeitenden das wichtigste Gut seien, ist das nicht nur leeres Gerede.

Die Mitarbeitenden erzielen Wertschöpfung, sie sind es, die Innovationen erarbeiten und Ideen einbringen. Dafür muss das Wissen der Mitarbeitenden laufend erweitert und auf den neusten Stand gebracht werden.

Die Weiterbildung von Mitarbeitenden zu ermöglichen und zu unterstützen, ist also primär ein Einkauf von Ressourcen, ganz besonders für Dienstleistungs- und Wissensanbieter, denn für sie gibt es keine wichtigere Ressource als das Wissen und die Fähigkeiten ihrer Mitarbeitenden.

Natürlich geht das auch über die Einstellung von neuen Mitarbeitenden, die dieses Wissen bereits einbringen können. Leider geht durch die so geförderte Fluktuation ganz viel bestehendes Wissen verloren, genauso wie ein Zusammengehörigkeitsgefühl und die Teamloyalität: einer für alle und alle für einen hat in solchen Unternehmen Seltenheitswert.

Durch eine hohe Fluktuationsrate geht ausserdem sehr viel Geld verloren. Das Center for American Progress ermittelte, dass die Kosten eines Personalwechsels im Schnitt 21 Prozent des Jahresgehalts eines Mitarbeiters betragen. Das ist nicht gerade das, was ein Unternehmen unter Druck gebrauchen kann.

Zusammenarbeit mit Hochschulen kann sich lohnen

Das Bundesamt für Statistik (BFS) ermittelte für das Jahr 2016, dass sich 63 Prozent der Bevölkerung weiterbildeten. 89 Prozent der Unternehmen unterstützen das, aber nur bei 44 Prozent der Beschäftigten. Im Durchschnitt wenden sie 0,8 Prozent ihrer Personalausgaben für Weiterbildungskurse auf. Dies entspricht auch dem Anteil der Weiterbildungsstunden, die während der Arbeitszeit besucht werden konnten.

Doch leider tun sich viele Unternehmen häufig schwer, wenn es darum geht, die Kosten für die Weiterbildungen zu übernehmen oder die Zeit dafür zur Verfügung zu stellen. Sie ziehen Kurse oder Seminare, die während der Arbeit besucht werden können, einer Weiterbildung an einer Universität oder Fachhochschule vor.

Die meisten Hochschulen sind sich denn auch durchaus bewusst, dass nicht alle Unternehmen ihren Mitarbeitenden viel Raum für Weiterbildungen bieten. Sie legen deshalb vermehrt Wert auf fachlich fundierte und teils auch auf massgeschneiderte Angebote für Organisationen. Übrigens können Unternehmen im Gegenzug sehr viel von Universitäten und Fachhochschulen profitieren.

Diese sind nämlich meistens offen für Studien- oder Forschungsarbeiten für Unternehmen, für die sie aber die Aufträge oder Mitarbeitenden dieser Unternehmen brauchen.