Herr Dümmel, Sie sind der Geschäftsführer der Handelsgesellschaft DS Produkte, die unter anderem dank Ihrer Arbeit durch Non-Food-Produkte jährlich rund 250 Milliarden Euro umsetzt. Waren Sie schon immer zielstrebig? 

Ja. Wenn mir etwas Spass macht, dann bin ich zu 100 Prozent dabei, und ob Sie es glauben oder nicht: Seit 28 Jahren gehe ich motiviert jeden Tag aufs Neue ins Büro.

Haben Sie eine Erklärung für Ihren persönlichen und beruflichen Erfolg?

Ich liebe meinen Job und möchte nichts anderes machen. Ich kann auch nicht anders. Es wird ja nie langweilig, da wir ständig auf der Suche nach neuen Ideen und Innovationen sind.

Harte Arbeit, Fleiss, für die Ziele kämpfen und der Mut, gross zu denken, gehören einfach zum Unternehmertum dazu und sind der Schlüssel für Erfolg.

Statt selbst ein Unternehmen zu gründen, sind Sie innerhalb der Handelsgesellschaft vom Verkaufsassistenten bis in die Geschäftsführung aufgestiegen. Denken Sie, dass dieser berufliche Werdegang Vorteile gegenüber einer eigenen Unternehmensgründung hat?

Es gibt nicht den einen Weg. Ich hatte das Glück, mit Dieter Schwarz meinen Mentor und Ziehvater zu finden, mit dem ich gemeinsam das Unternehmen gross machen konnte.

Für mich war das der richtige Weg, das heisst aber nicht, dass es Nachteile hat, sein eigenes Unternehmen zu gründen. Ganz im Gegenteil. Ich bewundere jeden, der den Schritt ins Unternehmertum geht.

Was waren Ihre grössten beruflichen Herausforderungen, denen Sie sich stellen mussten?

Jeder Unternehmer macht Fehler. Natürlich hab ich schon auf Produkte oder auf Mitarbeiter gesetzt und letztlich andere Vorstellungen gehabt. Entscheidend ist, was man daraus macht und was man daraus lernt. Fehler als Lehrstunde zu begreifen, bringt einen immer weiter.

Sie sind in der Jury der dritten Staffel des TV-Formats «Die Höhle der Löwen» zu sehen. Was reizt Sie an dieser Position und denken Sie, dass Sie die Projekte junger Start-ups primär aus persönlichen oder geschäftlichen Gründen unterstützen werden?

Es macht unheimlich Spass, mit Gründern zusammen zu arbeiten, und man lernt ständig was Neues. Als Unternehmer und Investor ist es mir natürlich wichtig, mit den Gründern gemeinsam ein tolles Unternehmen aufzubauen, von dem ich auch profitiere. Das ist ja kein Wohltätigkeitsball.

Haben Sie eine persönliche Philosophie?

Ich sage immer «Können kommt von Wollen» – wenn man will, dann kann man einiges bewegen.

Wie wichtig ist die persönliche Beziehung oder Identifikation für den Erfolg eines Unternehmens?

Auch wenn ich den Satz schon gefühlte hundert Mal gesagt habe: Ich investiere vor allem in Menschen und nicht in Zahlen. Sei es bei Mitarbeitern oder bei Gründern – die persönliche Ebene muss stimmen und ist der Schlüssel.

Ein Mitarbeiter kann noch so qualifiziert sein, wenn die menschliche Ebene nicht harmoniert, dann hat man keine Basis. Ich habe DS Produkte von Beginn an gelebt und ich weiss, dass es vielen Mitarbeitern auch so geht, sonst hätten wir nicht Mitarbeiter, die schon seit über 20 Jahren bei uns sind. Das macht mich sehr stolz.

Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Faktoren für den Erfolg von Jungunternehmern?

Das Wichtigste ist das Team. Der nötige Biss, das Potenzial der Gründer und die richtige Idee geben den optimalen Nährboden für ein erfolgreiches Unternehmen.

Unter Ihrer Leitung entwickelte sich das Unternehmen zum international tätigen Handelshaus und es entstanden unter anderem Tochtergesellschaften in Polen und Hongkong. Wie wichtig ist der internationale Markt für Sie? Warum ist der internationale Markt von Bedeutung?

Wir sehen im internationalen Markt grosse Wachstumschancen für unser Unternehmen, da wir im deutschsprachigen Raum schon sehr gut aufgestellt sind.

Inwieweit profitiert DS von der ökonomischen Globalisierung?

Unser Netzwerk ist sehr international, daher profitieren wir davon sehr stark. Die Zunahme der wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen verschiedenen Ländern unterstützt die Konsumgüterbranche.

Wie kam es zur Erschliessung des asiatischen Marktes?

Die wirtschaftlichen Beziehungen zum asiatischen Raum bestehen seit 40 Jahren. Anfangs vorwiegend als Bezugsquelle, heute weit mehr als dies, denn Asien generell ist ein sehr interessanter Absatzmarkt für Konsumgüter geworden.

Welche Vorteile bietet der asiatische Markt gegenüber dem europäischen?

Asien ist ein ganz anderer Massenmarkt, alleine schon in Bezug auf die Bevölkerungsstruktur. Grosse Marken aus der ganzen Welt produzieren dort und daher sind Konsumgüter in grosser Stückzahl innerhalb kürzester Zeit verfügbar.

Welche Unterschiede gibt es zwischen dem europäischen und dem asiatischen Markt?

Neben signifikanten kulturellen Unterschieden gibt es in Bezug auf wirtschaftliche Interessen durchaus Unterschiede. Während der europäische Absatzmarkt auf seine Wachstumsgrenzen zusteuert, steckt Asien durchaus noch in den Kinderschuhen.

Schaut man sich die steigenden Zahlen der Internetnutzer an, dann spricht man bei 32 Prozent jährlichem Zuwachs über 8'000 neue User pro Stunde. Das zeigt sich auch im boomenden Start-up-Ökosystem dort.

Was die mobile Nutzung angeht, ist es andersrum. Da stecken die Europäer noch in den Kinderschuhen und können von den Asiaten lernen.