Eigenlob stinkt. Falsch. Die Binsenweisheit, die einen schon im Kindesalter vermittelt wird, hat ihre Gültigkeit verloren. Eigen-PR ist wichtiger denn je und entscheidend, um beruflich voranzukommen. In einer Befragung Deutscher Unternehmensberater hielten ganze 28 Prozent falsche Bescheidenheit für einen Karrierekiller. Fleissig und zurückhaltend hinter dem Bürotisch zu ackern, bis der Arbeitgeber von sich aus eine Lohnerhöhung oder eine Beförderung anbietet, zahlt sich in den meisten Fällen nicht aus. Doch viele Berufstätige wagen den Schritt hinaus aus der Masse nicht. Sie bleiben lieber in Deckung, wollen sich nicht angreifbar machen, nicht polarisieren. Genau das ist es aber, was den Unterschied macht.

Tue Gutes und sprich darüber
Gemäss einer Studie der Firma IBM ist Leistung lediglich bei zehn Prozent aller Beförderungen der Schlüssel zum Erfolg. Ganze 90 Prozent der Beförderungsentscheide basieren hingegen auf guter Selbstvermarktung sowie dem Draht zum direkten Vorgesetzten. Wer heutzutage erfolgreich sein möchte, muss sichtbar sein und Selbstbewusstsein verkörpern. Ein guter Weg, um nicht unsympathisch zu wirken, ist etwa die begeisterte Darstellung der eigenen Leistungen. Doch auch scheinbar unwichtige Smalltalks über aktuelle Projekte, wenn man den Vorgesetzten im Pausenraum oder im Lift antrifft, können den entscheidenden Unterschied machen. Getreu dem Motto: Tue Gutes und sprich darüber. Darüber zu sprechen, lohnt sich allerdings nur dann, wenn es die richtigen und wichtigen Leuten hören. Über 30 Prozent aller erfolgreichen Jobvermittlungen kommen über Verbindungen zu Stande, wie ein deutsches Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut in einer Studie herausgefunden hat.

Anstrengung lohnt sich
Doch Networking und richtige Kommunikation will gelernt sein. Auf Vieles kommt es dabei an. Am wenigsten jedoch auf das, was wirklich zählt: Inhalt. Zum Gesamteindruck tragen Mimik und Gestik 55 Prozent, die Stimme 38 Prozent bei. Was gesagt wurde, ist mit gerade mal sieben Prozent für den Gesamteindruck eher mässig relevant. Das Outfit, der Smalltalk und sicheres Auftreten sind gemäss Kommunikationsexperten entscheidend, um beim Gegenüber zu punkten und das Netzwerk zu erweitern. Doch von nichts kommt nichts. Selbstmarketing bedeutet Arbeit. Viel Arbeit. Um tatsächlich berufliche Ziele mittels entsprechender Kontakte zu erreichen, ist ein strategischer Aufbau eines Netzwerkes notwendig. Das kostet Zeit und zu Beginn für manchen auch sehr viel Überwindung. Insbesondere jenen, denen die Gabe sich zu präsentieren, nicht in die Wiege gelegt wurde, helfen heute verschiedenste Ratgeber-Bücher sowie entsprechende Trainingskurse. Am Ende jedoch zahlt sich die Anstrengung aus. Denn die Frage ist: Will man sein Leben selbst gestalten oder er es von anderen gestalten lassen? Nur, wer aktiv wird und auch einmal über seinen eigenen Schatten springt, schafft es in der Hierarchie ganz nach oben.