Herr Kägi, wie entstehen Food-Trends?
Einen wichtigen Beitrag dazu leisten innovative Leute aus der Gastroszene wie Köche, Journalisten und Foodscouts, die sich intensiv mit den verschiedensten Essgewohnheiten auseinandersetzen, indem sie Länder bereisen und ein Gespür dafür haben, was auch bei uns funktionieren könnte.

Meistens nehmen Food-Trends ihren Anfang in grossen Metropolen wie London und New York, wo innovative Gastronomen neue Dinge ausprobieren. Trendsetter zu sein, ist aber sehr schwierig.

Viel Neues entpuppt sich oft als Luftblase. Es gibt aber auch langanhaltende Food-Trends wie etwa die Molekularküche, die sich über zehn Jahre behaupten konnte, die nordische Küche, die den Regionalhype auch bei uns startete, oder dass vermehrt auf Gesundheit und Tierwohl geschaut wird.

 


Wohin gehen die Food-Trends bei uns?
Die mexikanische Küche gilt es, im Auge zu behalten. Damit meine ich aber nicht Tex-Mex. Mexiko bietet mit seinen hochspannenden Produkten kulinarisch viel mehr als Nachos und Avocado-Dips.

Man denke nur an die unzähligen Chilivarianten. Auch die koreanische Küche mit ihrer Fermentations-Tradition besitzt viel Potenzial.

In der Schweiz ist das Fermentieren von Lebensmitteln und Getränken bereits zum Minitrend geworden.

Ein Dauerbrenner ist zudem die japanische Küche mit ihren vielen verschiedenen Spezialitäten. Und natürlich Slow Food – saisonale Produkte aus der Region als Gegenbewegung zum hektischen Zeitalter.

Ich bin übrigens überzeugt, dass künftig noch mehr Restaurants auf Regionalität setzen werden und damit werben, dass alle ihre Zutaten innerhalb eines eng begrenzten Radius produziert werden (dass beispielsweise nichts von weiter weg kommt als 50 Kilometer).

Auch werden wieder vermehrt Menüs mit nur einigen Gängen angeboten. 20 Teller und mehr, mit Winzigkeiten, das will sich kaum mehr jemand antun.